arbeitslos

ich bin jetzt seit ein paar wochen die arbeit los oder sie mich. wobei ich denke, dass wir beide ganz gut ohne einander auskommen. mein konto sieht das natürlich anders. aber nicht nur das. von ein paar wohlwollenden worten a la “nutze die zeit”, “gönn dir die auszeit” oder “ich wäre gerne an deiner stelle” abgesehen, gibt es inzwischen auch kritischere kommentare. “es ist ja schön, dass wir soviel zeit verbringen können, aber uns wäre es lieber, du würdest jetzt arbeiten” war bislang der favorit.

fühlten sich die ersten tage noch wie urlaub an, genau genommen waren sie das auch, kehrt inzwischen der alltag ein. das ist manchmal ein kampf gegen und ergebung der verwahrlosung, in anderen momenten die suche nach einer richtung, die es einzuschlagen gilt und vor allen dingen die suche nach worten. letzteres geht hand in hand. solange ich nicht weiß, wo der schuh drückt, fühle ich keine schmerzen. so lange ich nicht weiß wohin, bleibe ich stehen.

ironischerweise habe ich mich selten so viel bewegt wie in den letzten wochen. vom kommenden zuhause auf zeit – brüssel – habe ich einige hübsche ecken entdeckt. bei anderen ecken erschrecke ich wiederum – trotz zehneinhalb jahren berlin. brüssel zehrt von alter schönheit, ist architektonisch aber auch der häßlichkeit ausgeliefert. die macht oder mächtigkeit hat den sinn für ästhetik verloren, dabei gibt es hier doch reichlich inspiration.

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