beautiful life

anders als die meisten menschen, die ich in jüngster vergangenheit kennen und schätzen gelernt habe, führte mein weg der musikalischen sozialisation von der elektronischen zur handgemachten musik. „in einer perfekten welt“, erzähle ich immer wieder „wäre ich gleich bei trancemusik, meiner musik geblieben“. aber irgendwann musste selbst ich einsehen, dass hier des öfteren etwas schiefgeht. meine musik bewahre ich seitdem an stellen auf, die mit „schöne erinnerungen“ markiert sind… und im herz, dass traditionell nur schlagen und nicht markieren kann.
neben meiner evolution hin zur gitarre setzte noch dazu eine qualitative rezession ein, bzw. wurde die schätzenswerte musik an orte verbannt, die ich nicht mehr aufzusuchen bereit war.

kapitel abgeschlossen. irgendwie. doch jedes jahr gibt es immer wieder einzwei lieder, die den weg in mein gehör finden um die „schönen erinnerungen“ aufzumischen und aufzufrischen. eines davon rotiert seit ein paar tagen (oder gar wochen) auf meinem lieblingssender fm4. es passt allein schon vom titel in eine perfekte welt. „beautiful life“ von gui boratto, hier in einer schön langen version:


(direktlife)

(via lebenslügen/lohnarbeit)

12 Gedanken zu „beautiful life“

  1. oh hübsch, es gibt also doch eine lange version.
    „chromophobia“ halte ich im übrigen für das bislang beste techno-album (der rest des albums ist tatsächlich genau das: techno) des jahres.

    und: trance?? im ernst??

  2. hui und das album des jahres ist bereits seit 3 monaten erhältlich … nun … vielleicht führt mich mein weg in den nächsten tagen in einen gutsortierten plattenladen.
    und das mit trance ist mein voller ernst. bässe sind für mich nichts anderes als transportmittel zur nächsten fläche

  3. als ich zu elektronischer musik kam waren flächen no-go-area. nicht möglich. unter keinen umständen.
    dann, irgendwann in den frühen 00er jahren brachen verstärkt melodiefragmente in die minimal-schleifen ein, ganz zaghaft vorerst. mit einigen hübschen effekten.

    und trotzdem hatte das mit trance dann wenig zu tun, weil das doch immer was mit „breitband-beschallung“ zu tun hat, oder?

  4. nun, die breitband-beschallung war natürlich ein unerfreulicher aspekt für diejenigen, denen die musik etwas bedeutet. und schlimm für die anderen, die sich nur mit diesem material ihre meinung bilden mussten. die trancemusik-„szene“, bzw. der markt dafür war ein paar jahre ungesund groß und musste sich wohl wieder gesund schrumpfen. in dem maße, wie die unsäglichen cover aus den charts verschwanden dürfen seitdem auch wieder die flächen zurück auf die platte. mich freuts, auch wenn ich meinen helden schon länger nicht mehr hinterher pilgere oder diese ihren stil änderten

  5. sehr gerne.
    heldenclub: dorian gray, ffm.
    heldenveranstaltung: technoclub
    helden-djs: dag, talla 2xlc, taucher, dj elb, kaycee,
    helden-label: bonzai, tetsuo, suck me plasma
    … hui ich bemerke gedächtnislücken. und außerdem muss ich mal meine plattensammlung nach konstanz verlegen. wozu auch immer

  6. okay, also doch die klassiker. bin ich irgendwie nie mit warmgeworden. meine elektronische musiksozialisation fand da eher am anderen ende der nacht statt.
    planet e, kompakt & underground resistance, if you know what i mean.

  7. für das andere ende der nacht war ich nie hart genug. wie gesagt, die bässe waren für mich nur der übergang. die namen sagen mir dann aber schon was. wobei es sich bis vor ca. 2 jahre auf fächernamen meines damaligen lieblingsplattenladens beschränkte

  8. hm, ich weiß nicht, ich weiß nicht… härte? bin ich nicht so interessiert dran. sicher war härte immer wichtig für eine bestimmte spielart von 4tothefloor (tresor, svek, uturn etc.).

    aber gerade aus detroit (klar, jeff mills muss hier mal kurz imaginär ausgeklammert werden) und chicago kam doch eine form von musik, die härte (und vor allem auch: geschwindigekeit) ja erstmal den rücken zukehrt, um auf anderen, abwegigeren pfaden (die kompakt-jungs würden sagen: zärtlicheren) nach groove und glückseeligkeit zu suchen.

  9. diese pfade führten allerdings nicht bis in die vorderpfalz, zumindest nicht bis zu mir, was sicher auch mir anzulasten ist. die antithese zu trance, war in der region schranz und das war nur ein grund mehr für mich, am trance festzuhalten

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