fck – msv duisburg 3:5 – fritz-walter-stadion, kaiserslautern

fck - msv duisburg 3:5

ein letztes mal ging es in dieser saison auf den betze. und ein letztes mal ging es darum die entscheidung rund um die perspektive olympiastadion oder alte försterei in der saison 09/10 – mein heimspiel der kommenden spielzeit – um eine woche herauszuzögern. 43.679 zuschauer sollten ausnahmslos einen trip durch die hölle und euphorische höhen machen. die reihenfolge hing dabei nur davon ab, welchem verein man sich zugehörig fühlte.
die stimmung in der west war schon weit vor dem üblichen aufwärmprogramm mit stadionhymne und „you’ll never walk alone“ prächtig und mit der auszeichnung martin amedicks als spieler der saison und verabschiedung axel bellinghausens als spieler, der den fans fehlen wird, schien das kleine fußballfest bereitet. für duisburg, das war bereits im vorfeld klar, ging es um nichts mehr. der fck musste gewinnen um die chancen um das zweite wunder nach dem herzblutfinale wahr zu machen. klare sache also, dass vor der partie nur die höhe des heimsieges – wenn überhaupt – diskutiert wurde.
der lautrer auftakt war dann auch – für meine begriffe – anständig und vielversprechend… m würde später anmerken, dass es übermotiviert war. denn hier und da unterliefen spieler einzelne fehler, die zu toren führten. trotzdem: das 0:1 von tiffert in der 5. minute war gefühlt eine vorweggenommene fehlerkorrektur, spielte die manschaft danach noch ansehnlich und diszipliniert weiter, auch die west unterbrach nur den bruchteil einer sekunde die angestimmten anfeuerungsrufe. doch als wagner für die gäste in der 25. und 28. spielminute nachlegte, machte sich rat- und ein wenig fassungslosigkeit breit. plötzlich tauchten von allen seiten die üblichen verdächtigen auf, die sich – ich würde hier gerne echauffierten schreiben, aber das wäre über dem niveau – ausließen über trainer, spieler und was sie alles schon vorher wussten. dabei verwendeten sie auffallend häufig den begriff „früher“.
später auf der rückfahrt musste jemand feststellen, dass die mannschaft natürlich die pfiffe zur halbzeit brauchte, um aufzuwachen. natürlich. nimmt man solche „fans“ als maßstab wächst hier wohl eine fangeneration heran, die sich ihre mannschaft erziehen will. es gab tatsächlich pfiffe. gellende pfiffe zur halbzeit aus der westkurve. natürlich gab es hohe niederlagen in dieser saison, aber seinen anfang nahm eine großartige hinrunde ebenfalls mit einem pausenrückstand von 3:0… vergessen. dass die mannschaft vor einem jahr nur knapp eine katastrophe vermieden hatte… vergessen. das axel bellinghausen als vorzeigespieler die ausgezeichnete herzblut-kampagne verkörperte und sich nur an wenigen anderen diese glaubwürdigkeit vermitteln konnte… vergessen. axel bellinghausen wurde ebenso wie ein umstrittener anel dzaka in der 32. minute durch auswechslung hingerichtet. interims-trainer alois schwartz würde das später mit notwehr begründen: „das war kein abstrafen, aber ich musste reagieren. Ich wollte mich nicht abschlachten lassen“. da hätte es sicher auch andere möglichkeiten gegeben.
naja, pfiffe zur halbzeit… vergessen. spätestens mit dem 4:0. allerspätestens nach dem verschossenen strafstoß.
im 9.1er block und gefühlt rund um 8.2 und 7.2 blitzten die alten tugenden der west auf: die leidenschaft, die hartnäckigkeit und das bekenntnis, hinter der mannschaft zu stehen, auch wenn im spiel mal nichts zusammenläuft. die fans machten stimmung für sich und für den verein. es wäre ja auch zu blöd gewesen, wenn man sich den ausklang einer solchen saison, letztlich einer übergangssaison, dermaßen hätte verderben lassen. es fiel das 1:4. nanu? die west hörte nicht auf es fiel das 2:4. der blick auf die uhr bestätigte, dass noch genug zeit für mehr war und es fiel das 3:4. in diesem moment war allen anwesenden klar, dass der fck das spiel noch drehen würde. dass da noch was möglich war. die fans und die mannschaften hängten sich nochmal richtig rein um den ausgleich zu erreichen und plötzlich schlich sich eine kleine nachlässigkeit ein. freistoß für duisburg. sam und dick besprechen, wie sie einen gegnerischen spieler aus dem spiel nehmen und müssen aneinander vorbeigeredet haben. natürlich kommt der ball zu eben jenem spieler. es kommt zum zweikampf und zu einer situation, in der der ball – warum auch immer – am ende doch nicht beim fck-spieler landet und entschärft werden kann. es fällt das 3:5 und die messe war gelesen. wenige minuten später erfolgte der abpfiff. das stadion: abseits der stehplätze auffallend schnell geleert. vielleicht waren manche noch vom pfeifen heiser? die mannschaft sammelte sich. alle – so zumindest der kommentar von stadionsprecher hörst schömbs – kamen zusammen, auch die verletzten spieler. sicherlich enttäuscht. sicherlich auch entkräftet. aber sie kamen zusammen und verabscheideten sich im fritz-walter-stadion bis zum nächsten heimspiel der kommenden saison. vor der west dann teil zwei der inthronisierung amedicks. nachdem axel bellinghausen ihm schon in der ersten halbzeit die kapitänsbinde weiterreichte, war er es auch, der die schlussworte an die fans richtete. es waren die richtigen worte.

nächstes jahr sieht man sich dann also spätestens an der alten försterei.
meine finale dauerkartenquote: 11 von 17 spielen vor ort gesehen und demnach 11,36 pro spiel bezahlt.
die dauerkarte werde ich vermissen. sie hat mir viele aufwendige bestellungen erspart.
fotos folgen demnächst gibt es an gewohnter stelle und ein paare randbemerkungen ebenfalls. ich will hier den rahmen nicht noch weiter sprengen.






(nicht nur) krümmelmonster aufgepasst: hier gibts cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close