crazy

ich hab keinen zugang zu benjamin lebert.

zwei bücher habe ich von ihm gelesen und ich weiß nicht warum, d.h. ich wünschte mir, ich könnte einschneidende erlebnisse anführen. kann ich aber nicht.
crazy habe ich gelesen, als alle schon damit durch waren und auch der film nicht mehr im kino lief (den ich mir im übrigen noch nicht angesehen habe, geschweige denn ansehen will) und nun kannst du.
an dem neuesten buch von lebert kam ich nicht vorbei, weil zwei menschen eine tour durch skandinavien machen. da war ich ja auch gerade. deshalb wohl der griff zum buch im bücherladen.
der erste eindruck war etwas verwirrend. die sätze auf den ersten seiten waren nicht stimmig, konnten von mir nicht in einem fluss gelesen werden. vielleicht prasselte zu viel vorstellung hinein, erst einmal alle kennenlernen. mir solls recht sein.
nach ein paar seiten konnte ich mich dann doch noch gemütlich zwischen den einzelnen kapiteln (abschnitten) anderen dingen widmen (z.b. schlafen, lernen) gerade eben ging es dann nicht mehr. das buch musste fertig gelesen werden und jetzt sitze ich hier und bin … unbefriedigt!

zum einen weil sich mir die geschichten von und über tim, der hauptfigur, nicht erschließen wollen. da schreibt lebert von einer völlig anderen welt, die mir trotz aller beschreibungen schlicht fremd bleibt und doch ständig wirkt, als wolle sich hier jemand die last von der eigenen seele schreiben… diese probleme tangieren mich aber in keinster weise.
und auf der anderen seite sind da die geschichten mit tanja, der zweiten protagonistin, die mich vollkommen mitgerissen haben. wahrscheinlich, weil ich dieses helfer-syndrom habe und tanja offensichtlich von inneren dämonen besessen ist. dämone, die ich selbst schonmal bei anderen gerne aus der welt geschafft hätte, aber die einfach stärker waren. (notiz an mich: „deshalb ja auch dämone! d’oh!“) es fasziniert, weil die tanja-figur die aufmerksamkeit nicht sucht, sondern anzieht. weil lebert hier der balanceakt zwischen fragilität und absolutem wahnsinn sehr gut gelingt.

die story: zwei menschen gehen gemeinsam auf reisen und lernen den anderen irgendwo zwischen trelleborg und oslo „richtig“ kennen. leider sind die zwei letzten wendungen im buch (spoiler: puff und bremen) keine echte überraschung. vielleicht sollte es aber auch genau so sein. am ende der beinahe 270 seiten gibt es jedoch keine lösung. möglicherweise weil lebert zu jung ist, wahrscheinlich aber, weil es in einer solchen situation keine richtige lösung gibt.

ich wette, auch dieses buch wird verfilmt werden. möglicherweise mit robert stadlober in seiner letzten rolle als jugendlicher (soweit man anfang zwanzigjährige noch so bezeichnen kann). der film wird erfolgreicher sein als crazy seinerzeit. und ich werde ihn mir wohl auch anschauen, vielleicht hab ich ja danach eine idee, wie ich tanja helfen kann…






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