von wegen stockholm ist teuer

vergangenen samstag war weihnachten und geburtstag zugleich. für k. und für mich. (fast) ganz solna weiß schon bescheid, jetzt ist es an der zeit, die geschichte auch mal aufzuschreiben.
los ging es mit einem spaziergang zusammen mit k.’s besuch c. durch södermalm. der strand war das ziel und ein eis der weg. der nächstbeste kiosk wurde ausfindig gemacht und k. ging hinein. kurze zeit später folgte ich ihm. beim scannen der vorhandenen waren fiel mein blick auf mehrere displays (quasi der meta-verpackung der packungen) der seit drei wochen von mir gesammelten fifa world cup germany 2006 aufkleber. „kann man sich ja mal ein paar kaufen“, dachte ich und fragte nach dem preis.

verkäuferin: „6kronen das verschweißte packet (also 100 packungen)“
k. und ich: „kann nicht sein, da sind einzelne packungen drin, die kosten vielleicht diesen betrag“
verkäuferin: „nein nein …. 6 kronen“

während k. auf die packung zeigte und meinte, dass dort „5 samlarbilder bara 6 kr. inkl. 25% moms 100 påsar“ stehe zeigte die verkäuferin wiederum und ausschließlich auf die 6 kr.. währenddessen begann mein kopfkino und ich sah mein stickeralbum (erstmals) vervollständigt. seelig grinsend freute ich mich mit dem gedanken an, spontan 12 kronen auszugeben. k. ließ der verkäuferin noch eine chance, sich zu korrigieren (wir sind halt keine bwler). zwei minuten später liefen 2 jungs im alter von 27 und 25 mit einem riesen grinsen im gesicht glücklich zurück auf die straße. in der tüte vier displays (wert: 2.400 kronen, also etwa 260 euro), die gerade einmal 24 kronen kosteten. in meinem album fehlen nach neuestem stand 42 bilder, k. liegt bei ca. 60.
der wert eines displays bei ebay beträgt derzeit 40euro.

christmas on söder
k. beim aufreißen

worldcup 2006 sticker
altar auf zeit (edit: mit vier displays übereinander)

sammelbilderpackungen
das ende eines displays

kann das gut gehen?

einmal hat es gekribbelt. auf der startbahn am flughafen hahn, als die turbinen kurz vor dem start immer lauter rotierten. für einen kurzen augenblick, war da keine müdigkeit, sondern völlige klarheit. all das, worauf ich hin-„gearbeitet“ hatte konnte endlich losgehen. ein gedanke hallte die rollbahn entlang: „verdammt. ich sitze wirklich im flugzeug auf dem weg nach schweden!“ dann bin ich eingeschlafen und begann zu träumen.

in dem traum tauchte anfangs ein verschneiter campus solna mit kleinen gemütlichen hütten auf. immer häufiger erschienen interessanten wie netten menschen, mit denen ich auf partys und konzerte ging, die traumzeit verbrachte und vertrauter wurde. zwischendurch besuchten mich freunde, wir hörten gute musik und erfreuten uns am land, an der stadt und an dem zusammensein. gerade nach einer schönen durchfeierten nacht bin ich aufgewacht. in kürze sitze ich wieder im flugzeug, dann aber in umgekehrter richtung. ein einwöchiger kurzurlaub im alltag, der nicht nach schweden mitkommen konnte.
… nächste woche träume ich weiter.

berns motherfucker berns!

achtung! ab jetzt hier wirds persönlich:

mein abi habe ich seit bald sechs jahren in der tasche. ein studium geschmissen, ein anderes in arbeit. die schule abgeschlossen habe ich noch nicht. ab und an spreche ich zwar davon, mit der zeit abgeschlossen zu haben, aber zwischendurch blitzen nach wie vor die momente durch, in denen ich einsehen muss: es ist noch nicht vorbei!

wenn man einmal davon absieht, dass die schulzeit einen 13 jahre andauernden kreativitätsfresser darstellt, macht auch das lehrpersonal einen beträchtlichen teil des lebensweges aus. die noten, für die man sicher auch selbst leistung erbringen muss, hängen nach wie vor in letzter konsequenz an leuten, die zu einem großen teil meines erachtens gescheitert sind oder an den schülern scheitern. auf der strecke bleiben dann leute wie ich (ego-boost!)…

liest jetzt noch jemand mit?!
ich hatte gute und schlechte lehrer. manche haben mich gefördert, andere legten mir steine in den weg. für ganz wenige gilt beides. einer lehrerin habe ich es zu verdanken, dass ich 1999 für zwei wochen in brighton verweilen durfte. der grund war meine englischnote. die reaktion der native speaker war meist totale irritation (ego-boost!!!). stundenlang konnte ich mich problemlos über gute musik (oasis!) oder schottische tradition unterhalten, schotten unter den tisch trinken und außerdem fatboy slims geburtstag in seinem resident-club mitfeiern. darüber hinaus, habe ich einige nette menschen kennengelernt… und eine besonders nette.

im schriftlichen abi hatte ich trotzdem nur einen punkt, was einer 5- entspricht. der zweitkorrektor korrigierte nicht nach oben. offenbar reichte meine vorbereitung (4 dvds in englischer originalfassung) nicht aus.
ein jahr später führte ich geschäftsverhandlungen auf englisch.
scheiß auf die abi-note, ein lächerliches datum, dass seinesgleichen sucht. ich frage mich noch immer, warum selbst die „alternativsten“ anarcho-leute mit spickern vollgepackt in die abi-klausuren gingen. so von wegen scheiß system und so…. egal, ich drifte ab.

diese eine schon erwähnte lehrerin, die mich zwischenzeitlich zum inoffiziellen „moelk“ (member of english loser kurs) machte, wird mich mein leben lang verfolgen. vielen dank! nicht nur, dass sie meine letzte englischlehrerin sein sollte. nein, diese frau mutiert zu meinem schatten. am freitag gehe ich auf ein beschauliches phoenix-konzert in stockholm. die vorfreude trübt nur der name der lokation: berns.

wer nun nach dem nachnamen der lehrerin sucht, möge meinen text ein weiteres mal lesen.

vi ses

ich habe zwar noch keine ahnung, was es wird, aber demnächst steht wohl die erste bilanz an. die heimfahrt rückt näher, da kann ich noch so viel durch stockholm oder uppsala joggen rennen laufen schlendern. da ich aber derzeit so viel schlendere, leidet die text-schmiede schorleblog ein wenig. kommt zeit kommt text, jetzt kommen erstmal ein paar aktuelle bilder:

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synchron-rum-sauen im skansen

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trübsal in klein und auch in skansen

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skansen-kuschelbärchen herzen sich selber, da kein mensch in der nähe

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ups… ups… uppsala

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fakultätsgebäude am engelska trädgarden

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kleines uppsala-haus in uni-nähe

mehr fotos (sogar mit menschen) gibt es hier.

„very civilized, very sunday“

– „holly golightly!“
– „holy wer?“

Holly Golightly

ein echtes riot-grrrl schaute im stockholmer debaser vorbei und keiner hats bemerkt. aufstand war gestern vorgestern, heute gestern stand eine musikerin auf der bühne, die etwa anderthalb stunden die 60s aufleben lies, mit vier männern (zwar an ihrer seite, aber stets im hintergrund).

doch vor der kür gab es die pflicht. einmal mehr eine vorband, in diesem falle ein whiskysaufender trucker aus amerika gescheiterter zynischer singer/songwriter: tom heinl. ich war zu müde, die musik zu monoton, die texte zu banal („the next song is about me, needing to pee and my father, who doesn’t stop driving“, trailer oder ähnliches). kleine schönheiten, die der herr durchaus aufbieten konnte, gingen bei meiner ständigen gähnerei unter.
aber in sachen vorbands erwarte ich hier vor ort ja schon lange nichts mehr.

Holly Golightly

danach kam die kränkelnde, wie gute holly mitsamt band auf die bühne. nach quälender umbaupause zog sich die stille zwar noch unnötig in die länge, da das kabel der gitarre nicht den weg in den verstärker fand, aber nach geschätzten 10 minuten (realistisch gesehen, knapp eine minute) stand einem abwechslungsreichen liederabend wirklich nichts mehr im weg. der wiedererkennungswert lag bei null, denn weder hatte ich mit den rrrrriot-grrrrrrls alter schule etwas am hut, noch fand das liedgut der personifizierten romanfigur bis hierhin den weg in meine höhrmuscheln. der wohlfühlfaktor hingegen, befand sich mindestens auf dem gewohnten stockholm-niveau.nach jedem song war die musikerin ähnlich ratlos wie die zahlenden zuschauer, welches lied denn als nächstes folgen würde. nach sehr kurzer band-besprechung ging es stets mit einem „here we go“ weiter. zurufe der gäste, blieben aus.
insgesamt reagierte das publikum, von einem offensichtlich schwer alkoholisiertem jungen mann einmal abgesehen (nein, das war nicht ich!), erst gegen ende euphorisch. gott sei dank leider kennt man in stockholm offenbar auch ein tanzverbot, denn schlag null uhr war schluss mit konzert. keine zugaben, kein nichts, dabei hätte die band wenn es nach „uns“ gegangen wäre, wohl noch mindestens eine stunden länger spielen können.

wenn ich wieder geld habe, wird die ein und/oder andere platte der britin ganz sicher den weg in meine sammlung finden. danke an phisch, ohne den das konzert wohl ohne uns stattgefunden hätte… in köln fand man das konzert auch sehr gut.

Holly Golightly

zum schluss und nur ganz nebenbei: mein ordner mit den schweden-photos umfasst nun exakt 1.500 bilder. der programmamanager meines hirns kann leider nicht die dazugehörende anzahl an eindrücken zusammenzählen.ganz zum schluss und als betthupferl: kettcar – 48 stunden

„haut es mit edding an die wände“

ein blog, dass ich gerne lese, weil eine „freudensgenossin“ fleißig dran rumschreibt hat folgenden satz geschenkt:

„wer in paderborn feiern kann, der wird ja wohl was in stockholm finden können!!“

wenn ich den alkohol überlebt habe, kommt das blog gleich in meinen blogroll, und der exilhamburger später gleich hinterher

0-0

zeit für konflikte, zeit für ein derby, zeit für fußball, zeit für djurgården if gegen hammarby if!

inför matchen
der spielplatz

gleich zwei von drei stockholmer fußballvereinen der allsvenskan (quasi bundesliga) spielen auf und nach dem ersten von zwei bieren des abends gilt es, vor ort eine entscheidung zu fällen: auf welcher seite steht ihr? wir holen uns stehplätze für die (und fanschals von der) auswärtsmannschaft. forza bajen! (also hammarby für nicht eingeweihte)

choreo
die tribüne gegenüber

derby heißt hier auch doppelter ticketpreis, schlappe 240 kronen (etwa 24 euronen) pro mann (und frau) kommen unsererseits dem aktuellen meister zugute, der sogar des derbys wegen ins råsunda zieht. selbst wenn der a.i.k. am 3.5. im söderstadion auf hammarby treffen wird, geht unter 240 kronen absolut gar nichts. (notiz an mich: geld sparen!!!)

derby heißt hier aber keinesfalls ausverkauft. da hätten noch ein paar tausend zuschauer mehr ins stadion reingepasst. vielleicht sind die stockholmer zu sehr derby-verwöhnt, allein 6 davon wird es in dieser saison geben, oder aber (wenn auch unwahrscheinlich), die leute ahnten, was auf sie zukommen würde (um es vorweg zu nehmen: gar nichts!). die saison ist zwar noch jung (etwa eine woche), aber vom aufeinandertreffen des aktuellen meister und letztjährigen dritten der liga sollte/dürfte man schon etwas mehr erwarten.

den einzigen aufreger des spielsâ„¢, das foul, das zu einer roten karte gegen djurgården führte, habe ich verpasst (bier nummer 2). der rest war ein grottenkick® ohne zwingende torchancen und keine ca. 24 euro wert. da hätte ich ja gleich auf den betze gehen können. immerhin bleibt den stockholmern der erstligafußball wohl erhalten.

bajare
er hat kein einziges mal aufs spielfeld gesehen, ich hab ihn beobachtet!

den eintritt wert war allerdings die angenehme atmosphäre, die hörensagen zufolge sogar noch recht gemäßigt war (0:0?!). zwar waren auch einmal die allseits bekannten schmährufe beim torwartabschlag zu hören, aber den rest der zeit haben die fans beider seiten mitsamt einheizer besoffen fröhlich bereitwillig und vielfältig für das team gesungen und geklatscht. und das ein oder andere bengalische feuer wurde auch abgebrannt. abgesehen vom ergebnis war es also ein recht angenehmer abend.

kaos till råttsunda

„dear god please help me“

hat er aber nicht!

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vor etwa drei stunden war das konzert von morrissey im stockholmer hovet schon wieder vorbei. eine ganze zugabe hat er gespielt. und während ich gerade die setlist des abends suche, stolpere ich über die erste rezension von stockholm city. die wertung: drei (von fünf) punkten. offenbar konnte sich jemand vor lauter hektik nicht auf den abend einlassen.
die euphorie war an diesem abend allerdings tätsächlich nicht so spürbar wie seinerzeit bei oasis, aber was heißt das schon?! oasis war mehr kindergarten, was heißen soll, dass der dortige altersdurchschnitt locker 6-8 jahre unter dem moz-schen musikabend lag.

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heute gestern abend saßen im nicht ganz ausverkauften stadion friedliche menschen um mich, die größtenteils bei trennung der smiths tränen geheult haben oder sich zu damaligen zeiten in den pubs geprügelt haben (weil sie alt genug dafür waren), und dann eben ich, der den zugang zu den smiths noch nicht so ganz perfekt vollzogen sieht (scheiß kopfgewichse), aber ob „you are the quarry“ und „ringleader of the tormentors“ erfuhrchtsvoll vor steven patrick morrissey niederkniet. (in einem morrissey spezial der metro ging man ausführlich auf das sexualverhalten des herren ein, allerdings ist mir das schwedische vokabular nicht wirklich geläufig. an anderer stelle steht auch etwas dazu).

mozza

klar im vordergrund stand natürlich der sänger selbst. seine band traute sich gegen ende des konzertes allerdings auch mal häufiger in die 3 mal 20 meter auslaufzone von morrissey. das sah dann auch schon recht organisch aus. moz (darf ich den überhaupt so nennen?) plauderte zwischendurch immer mal wieder mit dem publikum, dass in höflicher zurückhaltung die ein und andere reaktion vermissen lies. paradebeispiel die frühe bitte dem leadgittaristen ein lautes „uioioioioi“ zu spendieren, als er diesen vorstellte. daraufhin spendeten die zuschauer lediglich applaus. als morrissey später seine lieblingsschokolade (plopp) nannte, kam diese allerdings geradewegs auf die bühne geflogen.

wer noch ein morrissey-konzert vor sich hat, darf getrost noch ein stückchen mehr ausrasten. der mann ist tatsächlich in seinen besten jahren…

moz-mearch
merch :-) unter den höschen wurde irgendwann auch die neue cd angepriesen

vorband waren übrigens the boyfriends aus london, die bisher beste vorgruppe, die ich in stockholm erlebt habe, das heißt aber nichts, hörte sich aber trotzdem gut an (der stempel, wie auch die musik) – as album werde ich mir aber nicht zulegen. ein paar weitere randnotizen gibt es hier und ach ja, die playlist (gefunden):

the first of the gang to die
still ill
you have killed me
the youngest was the most loved
reader meet author
i have forgiven jesus
i will see you in far off places
my life is a succession of people saying goodbye
girlfriend in a coma
let me kiss you
life’s a pigsty
trouble loves me
how soon is now?
at last i am born
i just want to see the boy happy
irish blood, english heart
last night i dreamt that somebody loved me

nachtrag