#ice871

wenn es irgendwann mal eine bahn-app für den mac gibt, dann hätte ich gerne die funktion, mit der ich sämtliche inhalte auf dem desktop per klick garantiert jugendungefährdend bekomme, die über die option bildschirmschoner oder bildschirm-ganz-aus hinausgeht und mir ein weiterarbeiten ermöglicht.
das soll nicht heißen, dass ich ständig jugendgefährdend surfe, aber man kann sich seine platznachbarn im zug ja nicht immer aussuchen und neugierigien kindern ist es nur schwer zu vermitteln, dass ihre augen nichts in richtung bildschirm zu suchen haben.

naiv?

„we don’t need no education“ – „yes you do…“

rene möge mir verzeihen, aber wenn das essay hier nicht 100% nerdcore ist (auch wenn sich der zusammenhang im angeführten zitat nicht zwingend herstellen lässt) dann weiß ich auch nicht:

if you stop there, what you’re describing is literally a prison, albeit a part-time one. the problem is, many schools practically do stop there. the stated purpose of schools is to educate the kids. but there is no external pressure to do this well. and so most schools do such a bad job of teaching that the kids don’t really take it seriously– not even the smart kids. much of the time we were all, students and teachers both, just going through the motions.
(paul graham: why nerds are unpopular)

ich hätte auch drei andere absätze des langen wie lesenswerten textes zitieren können…
jeder der mit grausen an seine schulzeit zurückdenkt wird bei der lektüre (unbedingt den tipp von graham linehan befolgen und ein glas wein zur hand haben!) bestens unterhalten und – sofern nicht schon anderweitig geschehen – seinen frieden mit der zeit schließen können. ein paar fragen zum text beantwortet der autor dankenswerterweise ebenfalls.

(via why that’s delightful)

neben einer diskussion der schulzeit in den kommentaren außerdem möglich: zitate-raten!

das drama der analogen medien

die arme jugend von heute. nein wirklich.
jeder mit rechner und internet-anschluss in reichweite hat ein gespür für sinn und zweck des kopierens und tauschens. ein klick und eine datei kann auf den weg rund um den globus geschickt werden. nur leider geht das eben nicht nur mit dateien.

(via why that’s delightful)

resistantx

ich bin überrascht, dass er mehrere zusammenhängende sätze in englischer, also fremder sprache sprechen kann. nicht weil er eine bestie, ein killer oder wasweißich sein soll, sondern weil er realschüler war (noch dazu in nordrhein-westfalen!). wenn ich da manchen lehrern glauben darf, ist das nicht selbstverständlich. dass er sich der illusion hingibt mit der inflationären verwendung des wortes „fuck“ sprachkenntnise zu demonstrieren sei ihm verziehen.
die inszenierung, die offensichtlich nicht nur innerhalb des videos von bedeutung war, beeindruckt mich hat was für sich halte ich für erwähnenswert. der abschiedsbrief deutet an, dass er ein zwei schritte voraus gedacht hat.
doch so richtig clever sind weder seine aussagen noch seine taten (von der allerletzten einmal abgesehen). ein amoklauf mit nur einem toten ist auch irgendwie ineffektiv.
hier geht es zum letzten video von sebastian. ja, genau, der killer(-spiel)-spieler.

konter

ganz bestimmt sind „gewaltverherrlichende computerspiele“ für taten wie den gestrigen amoklauf verantwortlich. 2002 noch erfurt und jetzt schon wieder. da sieht man doch den zusammenhang. er liegt auf der hand. harte menschenverachtende musik ist natürlich auch nicht nur bedenklich, sondern höchst alarmierend. wir verschwenden nicht unsere jugend, sie wird verführt. diese spiele suchen sich unsere kinder und dann verderben sie sie.
woran soll es denn sonst liegen, dass jugendliche ausrasten? es wird doch alles richtig gemacht. die bildung wird gefördert, jugendkultur in jugendzentren unterstützt – überall! es werden rahmenbedingungen geschaffen, dass sich die eltern ausreichend um die kinder kümmern können!
friede und wohlstand für alle! ja wenn nur nicht diese „gewaltverherrlichenden computerspiele“ wären. die welt in der wir leben wäre so viel schöner!
… ironie ende!

das ende vom anfang

ich ficke die angepasstheit, denke ich mir. und hoffe schon mich wegen dieser gedanken abgrenzen zu können. vielleicht ist es das hinterfragen, das mich beruhigt. mich vor allem beruhigen soll.
(neue-bodenstaendigkeit.de)

das zitat berührt mich und trifft mitten in die gefühlswelt meiner umwelt. doch das, was trifft, das ist keine quarter-life-crisis, das ist normal. nicht viele können sich erlauben ewig kind zu bleiben. muss man vielleicht auch nicht. als erwachsener ist das leben sicher auch interessant (kann ich mir jedenfalls gut vorstellen). oder möchte man den ganzen tag dabei zusehen, wie ein stein, den man hochhebt und fallen lässt, auf den boden fällt?
ich hab diese ominösen 25 ein jahr lang durchgemacht und ohne schwierigkeiten überlebt. muss ich mir noch etwas beweisen? ganz bestimmt. darüber hinaus muss und kann ich ganz sicher auch noch viel lernen. damit soll man ja nie aufhören. aber den umstand, dass sich das unbeschwerte schul-uni-adoleszentenleben dem ende entgegen neigt, will und kann ich nicht hochsterilisieren. wie wirkt das denn auf die, die das schon viel früher hinter sich bringen mussten?
sagt der freie medienmensch etwa zu seinem friseur „hallo, ich habe geisteswissenschaften studiert, ich bin 25 und fühle mich so komisch, so ausgebrannt, so ohne ziel, so überfordert von möglichkeiten und ratlos was das mal werden soll … ich hab wohl die quarter life krise!“
mit 25 26 hat man noch einiges vor sich – jedenfalls sollte das der anspruch sein – da bleibt genug zeit um bäume zu pflanzen und in reihenhäusern zu versauern. aber vorher muss noch immer die jugend verschwendet werden, davon gibt es noch genug.

du bist yindie

der yuppie hat eine nachfolge-generation erhalten*. die neuen heißen jetzt „yindie“ und blicken auf zu den vorzeige-„yindies“: gwyneth paltrow und chris martin. klingt komisch ist aber so:

der yindie definiert sich nicht nur über das, was er besitzt. sondern mindestens genau so sehr über das, was er auf keinen fall haben will.

*und der umfang meiner hausaufgaben hat sich in der zwischenzeit nicht gemindert.

…im bus: über freizeit und dummheit

manchmal kommt es vor, dass ich ohne musik unter leuten bin und an deren alltag teilhaben muss kann darf. was ich dabei dann lerne, möchte ich nicht vorenthalten. heute, philosophin, ca. 15 jahre, artikulationsfähigkeit: mäßig (beispiel: „gehst du cherisy“):

„ich freu mich voll auf schule. in den ferien kannst du dich ja nicht aufs wochenende freuen. ist ja immer das gleiche.“

„das ist für mich dummheit, wenn man an einem feiertag in die stadt fährt.“

…ham wir wieder was gelernt.