als fck-fan in berlin

der umzug von der pfalz nach berlin vor nunmehr über sechs jahren hatte seine gründe und auch etwas tröstliches:
ich wusste, dass ich jedes spiel der roten teufel im gun club, einer kneipe im prenzlauer berg, die schon beim ersten besuch zu meinem wohnzimmer werden sollte, mit anderen fck-fans sehen konnte. als fck-fan in berlin weiterlesen

was von der saison übrig bleibt

23.5.2013 21.43 uhr, sinsheim
mo idrissou netzt für den 1. fc kaiserslautern zum zwischenzeitlichen 2:1 ein. der gästeblock tickt aus. das wichtige auswärtstor beim unbeliebten retortenverein ist gemacht, jetzt sollte kein treffer mehr kassiert werden (passiert natürlich trotzdem) und im idealfall noch ein tor nachgelegt werden (passiert natürlich nicht) und dann sollte doch das gelingen, was wenige tagen zuvor der bvb nicht erledigen konnte oder wollte (aber hätte müssen). hoffenheim wird in den abstieg getrieben und das mit der relegation war wirklich machbar für die roten teufel. die fans der roten teufel glaubten daran. was von der saison übrig bleibt weiterlesen

(kein) preis für die gl

in schöner regelmäßigkeit glänzt eine der aktivsten fangruppen in kaiserslautern, die generation luzifer 1998 (kurz: gl), im fritz-walter-stadion und auch über die grenzen von kaiserslautern hinaus mit choreographien, die die grenzen in den bereichen „ausgefuchst“, „charmant“, „legendär“ und „spektakulär“ ausloten. in der saison 2010/11 trieb man alles auf die spitze mit der choreo für fritz walter. anlässlich des 90. geburtstags und 25 jahre nach der umwidmung des betzenbergstadion in fritz-walter-stadion, setzte die gl gemeinsam mit der westkurve dem leider 2002 verstorbenen größten deutschen fußballer ein denkmal: „für immer in ehren – fritz walter und sein stadion“: (kein) preis für die gl weiterlesen

fck – werder bremen 3:2

da war er auf einmal: der saison-abschluss – der unvermeidliche 34. spieltag, ehe ein paar monate wieder alles auf 1 zurückgestellt wird. bremen war zu gast in kaiserslautern. das von kollege e prophezeite szenario, wonach werder den fck in die zweite liga schießen würde, ist gott sei dank nicht eingetreten. das deutete sich zwar im laufe der spielzeit an, aber das szenarion bekomme ich dennoch einfach nicht aus dem kopf. fck – werder bremen 3:2 weiterlesen

rasen erlaubt und käuflich zu erwerben

rasen erlaubtzum glück habe ich keinen garten.
zum glück bin ich am 21., 22. und 23.2. fernab des betzenberg.
zum glück kann ich erst gar nicht auf die idee kommen, mir ein stück rasen aus dem fritz-walter-stadion zu kaufen. denn woher nehmen und wohin legen?!
aber: verdammt nochmal! mit drei stück rasen hätte ich endlich das leidige trikot-thema der saison abhaken können – weil es dann ein trikot gratis gibt – und bei 60 statt 40 euro hätte ich dem ganzen auch noch mit einer reichlich bescheuerten aktion die krone aufgesetzt.
vier jahre zweite klasse verschwinden aus kaiserslautern. nun gut, nicht nur zweitklassigkeit. auch ein stück wm-geschichte oder großartige abende. der rasen hat einiges mitgemacht. ebenso die zahlreichen fans der roten teufel. daher ist es nur fair, wenn man nicht einfach so auseinandergeht, sondern jeder sein stück rasen erhält um sich damit auseinanderzusetzen. vielleicht ist es auch ganz gut, wenn die jüngere vergangenheit teilweise nicht einfach so weggewischt wird, sondern an anderer stelle wurzeln schlägt. und dass der erlös des alten rasens in die nachwuchsarbeit investiert wird, rundet die gesamte aktion weiter ab. gut gemacht.

fritz-walter-stadion, kaiserslautern

fritz-walter-stadion, kaiserslautern

rund um das bevorstehende spiel zwischen dem 1. fc kaiserslautern und eintracht frankfurt am kommenden sonntag im fritz-walter-stadion, werden zur zeit ja allerlei themen angerissen, teilweise auch ziemlich absurde. und im ganzen trubel fällt hoffenheimern und anhängern von mainz gar nicht auf, dass rund um den betzenberg – ganz im gegensatz zu den jeweiligen partien zuvor – niemand einen hehl daraus macht, dass ein derby bevorsteht.1 die demo zum erhalt der fankultur ist wenige tage alt, da machen sich manche daran, die positiven ergebnisse dieser veranstaltung in berlin zu sabotieren. schauen wir mal, wie erfolgreich dieser versuch endet. schauen wir mal, wie der betze brennt. schauen wir mal ob die roten teufel wieder in den rhythmus kommen, den sie vor der letzten länderspielpause schon hatten.

  1. auch wenn der derby-begriff natürlich arg strapaziert wird. traditionsduell trifft es wohl eher.

der sonne ihr wetter und ökostrom aus der hölle

der sonne ihr wetter und ökostrom aus der hölledie barbarossastadt kaiserslautern ist seit gründung von fritz walter für das nach ihm benannte wetter bekannt. den rest lasse ich mal unter den tisch fallen, um meine leser nicht zu vergraulen. insbesondere die bayern-fans… aber ich schweife ab. fritz-walter-wetter, dem hamburger ihm sein sommer quasi, ist dem fußball auf dem betzenberg dienlich aber scheinbar kein dauerzustand, denn anlässlich der wm 2006 wurde „im fritz-walter-stadion festgestellt, das eine solardachanlage den co2-verbrauch sinken könnte„. das gilt nun nicht nur für ein fritz-walter-stadion. aber das soll wohl soviel heißen wie: über dem fritz-walter-stadion lacht die sonne, über mainz lacht die ganze welt (vgl. mainz wie es singt und lacht, karnevalsverein). und bei der sonne macht man den deutschen so schnell nichts vor und auf dem betzenberg ist nun eine solaranlage installiert. nicht irgendeine solaranlage, sondern die größte solaranlage auf einem stadiondoach bringt nun den ökostrom zu den menschen, so wie moses dereinst die 10 gebote. die 1,38-megawatt-anlage bringt erneuerbare energie für 450 haushalte.
das ganze projekt frei nach der microsoft-werbung zusammengefasst: in der letzten fck-mitgliederbefragung hatte ich noch photovoltaikanlagen für die tribünendächer vorgeschlagen, nun sind diese in betrieb.
aber an spieltagen darf es trotzdem gerne regnen

fck – msv duisburg 3:5 – fritz-walter-stadion, kaiserslautern

fck - msv duisburg 3:5

ein letztes mal ging es in dieser saison auf den betze. und ein letztes mal ging es darum die entscheidung rund um die perspektive olympiastadion oder alte försterei in der saison 09/10 – mein heimspiel der kommenden spielzeit – um eine woche herauszuzögern. 43.679 zuschauer sollten ausnahmslos einen trip durch die hölle und euphorische höhen machen. die reihenfolge hing dabei nur davon ab, welchem verein man sich zugehörig fühlte.
die stimmung in der west war schon weit vor dem üblichen aufwärmprogramm mit stadionhymne und „you’ll never walk alone“ prächtig und mit der auszeichnung martin amedicks als spieler der saison und verabschiedung axel bellinghausens als spieler, der den fans fehlen wird, schien das kleine fußballfest bereitet. für duisburg, das war bereits im vorfeld klar, ging es um nichts mehr. der fck musste gewinnen um die chancen um das zweite wunder nach dem herzblutfinale wahr zu machen. klare sache also, dass vor der partie nur die höhe des heimsieges – wenn überhaupt – diskutiert wurde.
der lautrer auftakt war dann auch – für meine begriffe – anständig und vielversprechend… m würde später anmerken, dass es übermotiviert war. denn hier und da unterliefen spieler einzelne fehler, die zu toren führten. trotzdem: das 0:1 von tiffert in der 5. minute war gefühlt eine vorweggenommene fehlerkorrektur, spielte die manschaft danach noch ansehnlich und diszipliniert weiter, auch die west unterbrach nur den bruchteil einer sekunde die angestimmten anfeuerungsrufe. doch als wagner für die gäste in der 25. und 28. spielminute nachlegte, machte sich rat- und ein wenig fassungslosigkeit breit. plötzlich tauchten von allen seiten die üblichen verdächtigen auf, die sich – ich würde hier gerne echauffierten schreiben, aber das wäre über dem niveau – ausließen über trainer, spieler und was sie alles schon vorher wussten. dabei verwendeten sie auffallend häufig den begriff „früher“.
später auf der rückfahrt musste jemand feststellen, dass die mannschaft natürlich die pfiffe zur halbzeit brauchte, um aufzuwachen. natürlich. nimmt man solche „fans“ als maßstab wächst hier wohl eine fangeneration heran, die sich ihre mannschaft erziehen will. es gab tatsächlich pfiffe. gellende pfiffe zur halbzeit aus der westkurve. natürlich gab es hohe niederlagen in dieser saison, aber seinen anfang nahm eine großartige hinrunde ebenfalls mit einem pausenrückstand von 3:0… vergessen. dass die mannschaft vor einem jahr nur knapp eine katastrophe vermieden hatte… vergessen. das axel bellinghausen als vorzeigespieler die ausgezeichnete herzblut-kampagne verkörperte und sich nur an wenigen anderen diese glaubwürdigkeit vermitteln konnte… vergessen. axel bellinghausen wurde ebenso wie ein umstrittener anel dzaka in der 32. minute durch auswechslung hingerichtet. interims-trainer alois schwartz würde das später mit notwehr begründen: „das war kein abstrafen, aber ich musste reagieren. Ich wollte mich nicht abschlachten lassen“. da hätte es sicher auch andere möglichkeiten gegeben.
naja, pfiffe zur halbzeit… vergessen. spätestens mit dem 4:0. allerspätestens nach dem verschossenen strafstoß.
im 9.1er block und gefühlt rund um 8.2 und 7.2 blitzten die alten tugenden der west auf: die leidenschaft, die hartnäckigkeit und das bekenntnis, hinter der mannschaft zu stehen, auch wenn im spiel mal nichts zusammenläuft. die fans machten stimmung für sich und für den verein. es wäre ja auch zu blöd gewesen, wenn man sich den ausklang einer solchen saison, letztlich einer übergangssaison, dermaßen hätte verderben lassen. es fiel das 1:4. nanu? die west hörte nicht auf es fiel das 2:4. der blick auf die uhr bestätigte, dass noch genug zeit für mehr war und es fiel das 3:4. in diesem moment war allen anwesenden klar, dass der fck das spiel noch drehen würde. dass da noch was möglich war. die fans und die mannschaften hängten sich nochmal richtig rein um den ausgleich zu erreichen und plötzlich schlich sich eine kleine nachlässigkeit ein. freistoß für duisburg. sam und dick besprechen, wie sie einen gegnerischen spieler aus dem spiel nehmen und müssen aneinander vorbeigeredet haben. natürlich kommt der ball zu eben jenem spieler. es kommt zum zweikampf und zu einer situation, in der der ball – warum auch immer – am ende doch nicht beim fck-spieler landet und entschärft werden kann. es fällt das 3:5 und die messe war gelesen. wenige minuten später erfolgte der abpfiff. das stadion: abseits der stehplätze auffallend schnell geleert. vielleicht waren manche noch vom pfeifen heiser? die mannschaft sammelte sich. alle – so zumindest der kommentar von stadionsprecher hörst schömbs – kamen zusammen, auch die verletzten spieler. sicherlich enttäuscht. sicherlich auch entkräftet. aber sie kamen zusammen und verabscheideten sich im fritz-walter-stadion bis zum nächsten heimspiel der kommenden saison. vor der west dann teil zwei der inthronisierung amedicks. nachdem axel bellinghausen ihm schon in der ersten halbzeit die kapitänsbinde weiterreichte, war er es auch, der die schlussworte an die fans richtete. es waren die richtigen worte.

nächstes jahr sieht man sich dann also spätestens an der alten försterei.
meine finale dauerkartenquote: 11 von 17 spielen vor ort gesehen und demnach 11,36 pro spiel bezahlt.
die dauerkarte werde ich vermissen. sie hat mir viele aufwendige bestellungen erspart.
fotos folgen demnächst gibt es an gewohnter stelle und ein paare randbemerkungen ebenfalls. ich will hier den rahmen nicht noch weiter sprengen.

fck – ingolstadt 2:0 – fritz-walter-stadion, kaiserslautern

fck - ingolstadt 2:0

ein glanzloses 2:0 erreichte der 1. fc kaiserslautern gestern gegen den fc ingolstadt 04 und hat somit vor 27.352 zuschauern die pflicht erfüllt. nicht mehr aber auch nicht weniger. es war solide, geradezu ernüchternd, aber es beruhigt ungemein. die erwartungen gehen allmählich spürbar in die höhe – von den 5 punkten bis zum klassenerhalt spricht man ja nur noch im scherz – und ich hoffe, dass manche angesichts der möglichkeiten nicht den verstand verlieren. bei den verantwortlichen mache ich mir da weniger sorgen, aber nach wie vor befindet sich der fck auf wiedergutmachungstour. altlasten müssen abgebaut und beseitigt, respekt wieder verdient und ansehen erarbeitet werden. ein platz auf einem aufstiegsplatz macht noch keinen gesunden verein… und vor dem 28. spieltag bringt es nichts auf die tabelle zu blicken. und selbst dann muss man sich einfach nur die vergangene saison vor augen führen. für viele war der fck damals abgestiegen. er ist es aber nicht.

meine dauerkartenquote: 10/11 – 12,50 €/spiel

und weil es für längere zeit mein letzte mal auf dem betze gewesen sein könnte, gibt es wieder ein flickr-set zum spiel. ich habe allerdings auch schon bessere bilder gemacht.