unbefriedigend

dirk nowitzki ist mit den dallas mavericks meister der nba geworden.
soweit der nachrichtenwert. mit ablaufen der letzten sekunden im 6. finalspiel in miami gab es an dieser tatsache nichts zu rütteln. meister 2010/11.
doch mit dem titel hört das ganze nicht auf. die mannschaft wird wahrscheinlich noch immer gerade feiern, die fans in würzburg, dallas und dazwischen teilweise auch. ein anderer teil schläft seinen rausch aus1 denn das ergebnis steht natürlich nicht nur für sich. der meistertitel steht am ende einer basketball-saison, also am ende eins sportlichen jahres, dessen ergebnisse vom 26. oktober 2010 bis zum 12. april 2011 von bedeutung sind. hinzu kommt die vorbereitung, dazwischen liegen unzählige spiele und danach folgen eben die feiern. die euphorie und das glück müssen ja irgendwie raus. gleiches gilt für die trauer und die enttäuschung.

das ist natürlich nicht nur dem basketball vorbehalten. mir selbst huscht noch immer ein lächeln über die lippen, wenn ich an den siebten platz der roten teufel in der abgelaufenen saison denken. am 32. spieltag wurde der klassenerhalt in der kneipe gefeiert und die nacht zum tag gemacht. eine woche später wurde ein wolfsburg tiefer in den abstiegskampf getrieben und die busfahrt danach geriet zum flug. nachdem dann auch noch am 34. spieltag im ausverkauften fritz-walter-stadion zu kaiserslautern der 7. platz zementiert wurde, war klar, dass den kommenden sommer nichts ruinieren kann.
es gibt natürlich auch noch andere termine der abgelaufenen saison. aber ganz gleich welches datum, welches ergebnis oder welche meldung: alles konnte in angemessener zeit gewürdigt und verarbeitet werden. nicht so der gestrige abend. dirk nowitzki, wir erinnern uns, wurde mit seinem team meister der nba und nebenbei auch noch mvp.

in berlin übertrug unter andem das belushi’s das sechste finalspiel. schon vor zwei uhr (nachts!) war der laden gerammelt voll. neben zahlreichen fans der mavs, vereinzelten anhängern der miami heat, fand sich auch event-publikum ein, dass ohne den folgenden feiertag niemals auf die idee gekommen wäre, das spiel zu verfolgen. mit anderen worten: ich war auch da und ich sah in den ersten zwei vierteln einen grottigen dirk nowitzki. ich sah ein gästeteam, dass den großteil des spiels kontrollierte, ohne wirkliche dominanz auszustrahlen. ich sah manchmal ein spiel, dass für meine trägen fußball-augen viel zu schnell verlief und neben ganz viel werbung sah ich ein spannendes spiel, das erst am ende deutlich wunschgemäß verlief. auch the dirk stabilisierte sich in den letzten vierteln, nachdem zuvor sein team hervorragend funktionierte. ich sah die letzten sekunden des spiels ablaufen und ich sah den ersten deutschen spieler mit nba-titel fluchtartig das spielfeld verlassen. euphorie bahnte sich ihren weg in der erlebnissauna belushi’s. dann wurde der bildschirm schwarz und die euphorie verflüchtigte sich. die 65. spielzeit der nba endete in berlin abrupt. kurz bevor die stimmung kippen konnte, standen die gutgelaunten basketball-fans schon auf der straße und verlangten nach der mvp-auszeichnung für den besten deutschen basketballer. morgens halb sechs in deutschland, in berlin, auf der straße. neben der preisverleihung enthielt man „uns“ auch die mvp-auszeichnung vor und in mir machte sich ein gefühl breit, das ich im sport schon länger nicht mehr erlebte. der zustand und das gefühl ist vollkommen: unbefriedigend. eben noch euphorisch, kurz darauf völlig betäubt.

  1. und dann gibt es noch einen dritten teil, aber dazu später mehr.





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