die zwei mit dem zweiten

ich war nicht von geburt an fan des zdf. als ich das fernsehlicht der welt erblickte, hatte der fernseher – ich bin mir da gerade etwas unsicher – entweder noch keine fernbedienung oder die fernbedienung hatte zuviel platz (10 tasten von 1 bis 0) für so wenig kanäle. es gab das erste ard, das zweite 2df zdf und swf das dritte. weil das programm in den ersten beiden kanälen samstag-abend-shows hatte, also großartig war, durfte ich mit meinen eltern auch mal samstags länger aufbleiben. was anderes kannte ich bis dahin nicht, und daher gab es meine sympathien für das zdf und natürlich für die ard. denn es fand ja nicht nur ein samstag abend statt, sondern auch die sportschau, olympische spiele, weltmeisterschaften, europameisterschaften, tennis, tour de france, formel 1 (die musiksendung und der motorsport) usw.
dann kamen den sogenannten öffentlich rechtlichen sendeanstalten ein paar themen abhanden, showmaster gingen oder lebten ab und andere tv-kanäle zeigten sich experimenteller, schneller, unterhaltsamer. teilweise gab es dort auch wiedersehen mit showmastern. das zdf und ard gab es auch noch, aber sie waren nicht von bedeutung für mich, und auch die anderen entwickelten eine leidenschaft, auf die ersten fernsehkanäle des landes verächtlich herabzublicken. ich war in meinen späten zehnern und/oder frühen zwanzigern, da passten ard und zdf einfach nicht rein. von den dritten braucht man erst gar nicht reden.
dann änderte sich etwas. naja, es änderte sich vieles, aber das auszuführen führt zu weit. auf jeden fall twitterte ich etwas erstaunt über einen teil meines freitaglichen rituals, der nicht zu sehen war und erhielt prompt eine reaktion, was wiederum von mir nicht unkommentiert blieb:


mir nichts dir nichts, führte ich also einen dialog mit dem zdf @zdfonline zweiten. das passiert zuvor weder mit pro7, rtl, sat1 oder anderen. es passierte mit dem zweiten. ich war begeistert. irgendwo saßen zu einer unmöglichen uhrzeit offenbar redakteure vor computern und schauten nach, ob etwas passiert, dass sie vielleicht betreffen könnte.
doch diese bgeisterung war nichts im vergleich zu dem moment, als ich erfahren habe, dass ich nicht mit den redakteuren kommunizierte, wie ich sie vielleicht erwartet hätte, sondern mit fans, die aus begeisterung zu einem populären sprachrohr für eine als antiquiert geltende sendeanstalt wurden. diese geschichte hat richard gutjahr aufgeschrieben und viele medien haben die story aufgegriffen. die meisten leser meines blogs dürften sie ebenfalls schon kennen, aber ich finde sie wert, hier etwas ausführlicher zu würdigen und zu verlinken. sehr gelungen finde ich auch die reaktion und haltung der verantwortlichen beim zdf. schöner wäre es jetzt nur noch, wenn so etwas nicht mehr eine „ungewöhnliche“ geschichte wäre, sondern das übliche verhalten vernünftiger menschen.






(nicht nur) krümmelmonster aufgepasst: hier gibts cookies. more information

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